Mail, one.

Irgendwie weiß ich nicht, was Wahrheit ist und was Lüge. Ich würde über jemanden schreiben, den es nicht mal gibt. Mein ganzes Leben ist Lüge. Ich konnte noch nie jemandem die wirkliche Wahrheit sagen. Wenige wissen wenig, fast alle nichts.
Nicht mal ich weiß alles. Es ist vermischt, ich sehe mich nicht mehr in einer Rolle, es sind tausende. Alles verschwommen, nichts mehr wahr oder gelogen, fiktiv.

Ich habe es versucht, also zu schreiben, aber es wurden ungefähr 10.000 (in den letzten Monaten, nur) Seiten, haha, und ich hätte sie nicht mal alle zusammenbinden können, um mich dran aufzuhängen. Schrieb über jemanden, den es gar nicht gab, an einem Tag; las es mir am nächsten durch und dachte: "Wer hat das über wen geschrieben?" Am nächsten das gleiche: Ständig andere Namen, andere Städte. Vollkommener Persönlichkeitsbezug. Dachte aber, ich würde schon einen Weg raus finden, aber es wurde nur: mehr, immer mehr und mehr, bis ich damit aufhörte. Ich saß mit dem Laptop auf dem Bett und spürte, als ich mal aufstand, meine Beine nicht mehr, sah Sternchen vor den Augen. Sowas eben.

Die Nachbarn klingelten, meine Mutter wäre da (damals irgendwann). Sie wollte nur mal riechen, ob da jemand gestorben ist. Oder so. Als Jugendliche reduzierte ich mich einmal auf Null: Sprach mehrere Monate kein Wort, aß und trank nichts, saß oder lag nur, schaute durch die Menschen hindurch, konnte mich nicht mal umbringen, weil ich wusste, dass das nicht zum Konzept passte - sich auf Null, Zero zu reduzieren. Dann müsste man ja handeln, aufstehen, handeln wie nie zuvor. Am Ende hatte ich ein wenig das Sprechen verlernt, haha.

Vielleicht (sagte ich des Öfteren und auch schon als Kind zu diversen Therapeuten) habe ich nur den Prozess des Denkens überschritten, bin aus dem Kreis gestolpert und habe erkannt, was jeder erkennen würde, würde er von der Projektion usw. absehen. Vielleicht steht am äußeren Ende des Kreises der Mangeln an Emotion und vielleicht steht außerhalb des Kreises die Bedeutungslosigkeit des Seins usw. Und ich bin einfach so aus diesem Kreis spaziert, habe das Menschsein durchbrochen und bin jetzt nicht mehr das, was alle aufgrund ihrer Fähigkeit, in diesem Kreis zu bleiben, sind: Mensch. Mensch?!?

Ich denke wirklich, dass es so ist. Genau so.

Mir wurde so vieles aufgetragen und ich tat es nie. Konnte es nur tun, wenn ich dazu gezwungen wurde. Aber dann hat man je eh keine Wahl.

Konnte so vieles nie ertragen, was mit den Menschen zu tun hatte. Das kann ich teilweise nicht mal mir selbst erzählen. "arte" weiß, wovon ich spreche. Es ist der Wunsch, Leben auszulöschen, um einen Zustand zu erreichen, der meinem am nächsten kommt. Ich kann mir nichts anhören, was nicht mit mir zu tun hat. Ich kann niemanden sehen, der sich über etwas freut. Nicht, weil es Neid oder ein ähnliches Gefühl hervorruft, sondern weil ich es schlichtweg nicht sehen kann. Im Grunde kann ich alles nicht ertragen. ALLES hat schon immer so eine Art extremen, externen Kopfschmerz ausgelöst.


Ich sitze schon wieder hier rum.

8.6.11 16:58

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