Wohin fließt wohl ein Tropfen im buddhistischen Ozean.

Mal all den Kram der letzten Tage, Wochen, Monate und Jahre außer Acht lassend:

Würde gerne ein wenig auf den Buddhismus -oder zumindest etwas dieser Art- eingehen.
Beginne mit einem Satz: Der japanische (wohl sozusagen) Äquivalent zu Ich habe Hunger ist Hunger oder Der Magen ist leer. Ich bin der Geruch der Bratwurst.
Alles Leben ist Leiden hängt mit der Begierde und der ständigen Veränderung zusammen. Man strebt nach Glück, nach immer größerem Reichtum an Emotionen und Materiellem. Die fortwährende Veränderung bewirkt Leiden. Der Weg aus dem Leiden bestünde darin, das Leiden zu umarmen, sich mit dem Leiden -der Begierde und der Veränderung- abzufinden, nicht nach mehr zu streben, sondern zu nehmen, was kommt und zu nehmen, was da ist.
Sich selbst ergründen heißt, sich selbst vergessen. Man ist glücklich, indem man loslässt, indem man erkennt, dass man schon alles hat. Das bedeutet: Eins werden mit dem Leben.


Habe von einer Frau gelesen, die ein weiblicher Mönch werden wollte und wurde. Allerdings ein nicht geweihter Mönch. Folglich musste sie die Farbe weiß tragen.

Habe keinen allzu großen Antrieb, mich noch näher mit dem Thema zu befassen. Habe überhaupt keinen allzu großen Antrieb, was schade ist, denn würde ich zur Abwechslung einmal andere Dinge fokussieren, also in den Vordergrund stellen, wären meine Leiden womöglich wenigstens dadurch ein wenig aufgehoben oder zumindest übertüncht.

Meine Mutter hat Recht. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder, man findet sich mit seinen Leiden ab oder man macht einen Ärztemarathon, läuft von einem Arzt zum anderen, schildert sein Leiden und gibt nicht eher Ruhe, bis einem geholfen wurde.

Hatte ursprünglich vor, die Passagen aus dem Buch wiederzugeben. Das Buch liegt auf meinem Bett. Keine allzu große Motivation, aufzustehen und nach dem Buch zu greifen.

21 Jahre alt. Es ist eine Schande. Eine Schande, so ein Leben zu führen. Sollte ich mich innerhalb der nächsten drei Jahre über Wasser halten können, sollte ich am Leben bleiben, werde ich an irgendein Meer ziehen und mich jeden Tag im Salzwasser reinwaschen. Ich werde so lange tauchen, bis ich kurz vorm Ersaufen stehe, ich werde meinen Kopf, meine Hände, meine Füße, meine Beine, meine Arme, meinen Hals, meinen Bauch und alle anderen Körperteile so lange einweichen, bis ich mich nicht mehr menschlich fühle, ich werde mich von den Sünden (wollte schon freikaufen schreiben) reinigen und versuchen, mit mir selbst gnädig zu sein.

Im Grunde habe ich keinen blassen Schimmer, was ich mal tun werde und wohin ich gehen werde. Vermutlich werde ich mir all das ein Leben lang vorsagen, ohne letztlich etwas dergleichen getan zu haben. So will ich mitnichten enden, aber was tun, wenn man kein richtiger Mönch werden kann. Nein, das war...

Sah gestern zufällig den Hansi Kraus (Pepe, Lausbubengeschichten) im TV, da kam mir wieder die Erinnerung hoch. War mal in München bei meinem Freund David und dessen Schwester Elisa, die ich schon seit dem Kindergarten kenne, zu Besuch. Saßen in einem Biergarten und aßen ein Schnitzel (gemeinsam) und noch etwas (verfasste darüber 2007 (wenn ich mich recht entsinne) sogar schon mal einen Eintrag), als ich eine Stimme wahrnahm, die mich an etwas erinnerte. Sah mich also nach dem dazugehörigen Menschen um und entdeckte Hansi Kraus. Saßen schlussendlich am Tisch des Hansi Kraus und unterhielten uns mit ihm. Wenn man in München wohnt, sieht man mindestens einmal die Woche Hansi Kraus, Bruno Jonas oder...das reicht ja wohl. Achja, und früher sah man (falls ihr sowas kennt, ha) auch immer die Leute von der Abschlussklasse (Freunde fürs Leben) rumlaufen, die gerade drehten und zuhauf starben oder verfolgt wurden.
Mein allergrößter Wunsch war es schon von Kindheit an, in München mit meinen gut situierten (stinkreichen) Eltern zu wohnen, die mir alles ermöglichen, von Klamotten bis hin zu den besten Ärzten und Reisen und Internaten und Studiengängen und erkauften Freunden (haha). Ich habe mich jedenfalls nie nach diesem Leben hier gefühlt. Kann sein, dass alles nur ein Trugschluss ist, dass ich kein anderes Leben verdient habe als das. Aber irgendwie habe ich mich immer nach einem anderen Leben gefühlt, obgleich es seltsam klingen mag. Fühlte mich nach einem typischen Münchner Leben, in einer dieser reichen Familien, Vater Rechtsanwalt, Mutter auch, keine Geschwister oder höchstens einen großen Bruder, der nicht Laslo oder Marius (welch Schande) heißt. Stattdessen sitze ich hier und begnüge mich mit dem, was ich habe: mit nichts.

Hätte mir so ein Leben erkämpfen können, aber dafür ist es schon längst zu spät. Könnte wenigstens normal sein und auf diese Weise dafür sorgen, dass ich mal einen gut situierten (stinkreichen) Mann heiraten kann. Aber dafür war ich wohl nie vorgesehen.
Wie gesagt, wäre gerne normal, sowas von normal, wie eines dieser Mädchen, mit dem ich mal in die Klasse  gegangen bin. Ein blondes Mädchen, Katharina hieß sie, sonniges Gemüt, wohlhabende Eltern, kerngesund, lebensfroh. Sie war nicht allzu gut in der Schule, hat Kinderpflegerin gelernt und geht jetzt auf irgendeine Schule. Sie ließ sich von nichts aus der Ruhe bringen. Die Noten konnten noch so schlecht sein, sie strahlte und sie meinte es auch so. Sie war ein wahrer Sonnenschein (wie geschwollen). Aber: Hätte sie nicht diese blonden Haare gehabt, wäre es wieder etwas anderes gewesen. Die Haare waren nicht besonders schön, nicht besonders dick, aber das machte nichts, in ihrem Fall, denn sie war blond. Blond zu sein ist nämlich ein wahres Privileg. Was gäbe ich doch dafür, dieses Mädchen zu sein. Auch hätte ich nichts dagegen E. zu sein. Aber das geht nun mal nicht. Man kann nicht einfach so von einem anderen Körper Besitz ergreifen, Seelen vertreiben und so weiter.
Man muss sich, nun mal, mit dem zufriedengeben, was man hat; und im Ernstfall das Leiden umarmen.   

19.3.10 17:07

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