Formlos.

Meine „Wohnung“ ist vollkommen formlos, ohne Sinn und Verstand. Was dort steht, kann gleich heute abgeholt und zum Sperrmüll oder wohin auch immer gebracht werden.

Warum?: Weil ich niemals auf die Idee käme,  mir mithilfe meiner „Wohnung“ ein Motiv zu verpassen- die Bilder auf dem Schreibtisch deuten darauf hin, dass die Freunde derjenigen, welche den bestialischen Mord begangen hat, alle weiß sind; sie ist bestimmt rassistisch und mag Hitler, denn in ihrem Bücherregal steht ein Buch mit den wichtigsten Daten und Geschehnissen aus dem Dritten Reich.

Nachvollziehbar?: Bücher, die von kultureller etc. Bedeutung sind, habe ich entweder schon lange gelesen oder ich habe sie entsorgt, weggebracht (Bücherei) und jedoch nicht verschenkt, denn ich komme selten bis nie in die Situation des Schenkens.

Fotos besitze ich keine, außer die von mir auf dem Laptop und den Speicherkarten.

Im Grunde genommen ein ziemlich amüsanter Text, denn allein mein Laptop oder die Festplatte meines Computers lieferte zahlreiche Motive.

Also muss der Grund für meine formlose „Wohnung“ ein anderer sein?: Ja. Der Grund ist simpel; ich beschäftige mich einfach nicht gerne mit meinen Vorfahren (siehe Fotos) oder damit, was weg kann und was nicht. Wenn ich ein Apartment, eine Wohnung beziehe, sieht es also immer danach als, als wohnte ich gar nicht dort, als interessierte ich mich überhaupt nicht für die Zukunft – denn in ihr seht ihr, die Außenstehenden, die Vergangenheit (Gegenwart mit einbezogen).

An den Bildern könntet ihr erkennen, dass ich einen guten Bezug zu Verwandten und Freunden habe, doch ich habe weder Familie noch Freunde. Der Tod meiner Mutter bedeutete lediglich, mich um den Verkauf (gemeinsam) des Hauses zu kümmern und mir keine bewussten Fallen mehr stellen zu müssen, wenn ich auch nur das Haus verlasse (die Mutter beeinflusst mich in allen Lebenslagen, weil ich mir in Momenten nicht eingestehen will, dass ich ein wenig couragierter Entscheidungsschummler bin).

Der Bezug zur Umwelt und gleichermaßen zu mir selbst fehlt mir. Ich sehe mich nicht in zehn, fünf oder zwei Jahren, ich sehe mich nicht mal am morgigen Tag ein Frühstück zu mir nehmen. Nein, ich sehe mich höchstens in einer schlimmen Situation, erdacht vom Verfasser selbst.

Deshalb überkommt mich zumeist ein kleiner Ekel, wenn ich in den Wohnungen anderer (inzwischen kommt es sehr selten bis nie vor, dass ich Wohnungen anderer betrete, denn ich kenne kaum jemanden, der mir Einlass gewährte) Bilder derer oder ihrer Familie, gar Bilder von Hirngespinsten wie Künstler entdecke.

Das Kinderzimmer ist eine Ausnahme, denn das hat meine Mutter eingerichtet. Sie würde sagen: „Du bist nur zu faul, dir etwas einzurichten; in Wirklichkeit hättest du gerne Bilder an den Wänden.“ Aber nein: „Wenn die Wände weiß sind, bleiben sie weiß; sonst steht da nur, was in Gebrauch ist oder war.“

Mein Interesse geht gegen Null; das ist schade, denn ich bin am Leben. Das Leben sagt so und so nichts über dich aus, da du irgendwann verstirbst, jedoch muss derjenige, der Talent hat, etwas zu tun, das davon differiert, nicht nichts zu tun, nach vorne kommen.“

Warum bin ich also nicht motiviert?: Die Motivation geht nicht mit Bildern einher, ich könnte auch in einem einzigen weißen Raum leben, in dem nichts steht außer ein Bett, ein Schrank, ein Laptpop (naja, beinahe so lebe ich). Die Motivation geht mit gar nichts einher, das ist auch das Problem des Lebenden.    

1 Kommentar 2.10.11 14:27, kommentieren

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Mail, one.

Irgendwie weiß ich nicht, was Wahrheit ist und was Lüge. Ich würde über jemanden schreiben, den es nicht mal gibt. Mein ganzes Leben ist Lüge. Ich konnte noch nie jemandem die wirkliche Wahrheit sagen. Wenige wissen wenig, fast alle nichts.
Nicht mal ich weiß alles. Es ist vermischt, ich sehe mich nicht mehr in einer Rolle, es sind tausende. Alles verschwommen, nichts mehr wahr oder gelogen, fiktiv.

Ich habe es versucht, also zu schreiben, aber es wurden ungefähr 10.000 (in den letzten Monaten, nur) Seiten, haha, und ich hätte sie nicht mal alle zusammenbinden können, um mich dran aufzuhängen. Schrieb über jemanden, den es gar nicht gab, an einem Tag; las es mir am nächsten durch und dachte: "Wer hat das über wen geschrieben?" Am nächsten das gleiche: Ständig andere Namen, andere Städte. Vollkommener Persönlichkeitsbezug. Dachte aber, ich würde schon einen Weg raus finden, aber es wurde nur: mehr, immer mehr und mehr, bis ich damit aufhörte. Ich saß mit dem Laptop auf dem Bett und spürte, als ich mal aufstand, meine Beine nicht mehr, sah Sternchen vor den Augen. Sowas eben.

Die Nachbarn klingelten, meine Mutter wäre da (damals irgendwann). Sie wollte nur mal riechen, ob da jemand gestorben ist. Oder so. Als Jugendliche reduzierte ich mich einmal auf Null: Sprach mehrere Monate kein Wort, aß und trank nichts, saß oder lag nur, schaute durch die Menschen hindurch, konnte mich nicht mal umbringen, weil ich wusste, dass das nicht zum Konzept passte - sich auf Null, Zero zu reduzieren. Dann müsste man ja handeln, aufstehen, handeln wie nie zuvor. Am Ende hatte ich ein wenig das Sprechen verlernt, haha.

Vielleicht (sagte ich des Öfteren und auch schon als Kind zu diversen Therapeuten) habe ich nur den Prozess des Denkens überschritten, bin aus dem Kreis gestolpert und habe erkannt, was jeder erkennen würde, würde er von der Projektion usw. absehen. Vielleicht steht am äußeren Ende des Kreises der Mangeln an Emotion und vielleicht steht außerhalb des Kreises die Bedeutungslosigkeit des Seins usw. Und ich bin einfach so aus diesem Kreis spaziert, habe das Menschsein durchbrochen und bin jetzt nicht mehr das, was alle aufgrund ihrer Fähigkeit, in diesem Kreis zu bleiben, sind: Mensch. Mensch?!?

Ich denke wirklich, dass es so ist. Genau so.

Mir wurde so vieles aufgetragen und ich tat es nie. Konnte es nur tun, wenn ich dazu gezwungen wurde. Aber dann hat man je eh keine Wahl.

Konnte so vieles nie ertragen, was mit den Menschen zu tun hatte. Das kann ich teilweise nicht mal mir selbst erzählen. "arte" weiß, wovon ich spreche. Es ist der Wunsch, Leben auszulöschen, um einen Zustand zu erreichen, der meinem am nächsten kommt. Ich kann mir nichts anhören, was nicht mit mir zu tun hat. Ich kann niemanden sehen, der sich über etwas freut. Nicht, weil es Neid oder ein ähnliches Gefühl hervorruft, sondern weil ich es schlichtweg nicht sehen kann. Im Grunde kann ich alles nicht ertragen. ALLES hat schon immer so eine Art extremen, externen Kopfschmerz ausgelöst.


Ich sitze schon wieder hier rum.

1 Kommentar 8.6.11 16:58, kommentieren

Schmerztagebuch, nicht "3. Tag", aber "3. Eintrag":

Woran kann ich mich heute noch festhalten? Nicht an anderen, nicht an mir selbst. Deshalb suche ich mir Gegenstände: Flaschen, Spritzen, Rasierklingen, Waffen, Sargnägel und so weiter. Das übliche abgegriffene Programm also. Doch ich bin auch nur ein Mensch, der darauf wartet, nicht mehr zu atmen, weil der Schmerz so tief in den Poren sitzt. Resultat: Schlimmerer Schmerz, schlimmster Schmerz.

1 Kommentar 8.11.10 05:04, kommentieren

Bellum.

http://vimeo.com/11219730

4.5.10 19:33, kommentieren

I go for it.

11.4.10 12:24, kommentieren

Nazis.

„Ich bin Schweizer, aber den Dialekt habe ich abgelegt.“ C. K.

Christian Kracht erschien mir, wie ich schon in der nächtlichen SMS sagte, in meinen Träumen. Dort saß er in meinem Zimmer und probierte meine Klamotten an; insbesondere eine Jeans-Jacke, die er unbedingt vorne zuknöpfen wollte. Dann sagte er zu mir, ich sollte doch mal in die Küche gehen und B. begrüßen. Also ging ich in die Küche und sagte zu einer Toten, die B. ja nun mal war: „Hallo. Gehts...“ und ein wenig dubios: „...gut?“
Sie lächelte nur und zerbröselte ein wenig.

Christian Kracht wollte, dass ich Bücher schreibe und ihm später ein paar signiere. Er meinte, ich sollte nur mir oder an mich glauben und niemandem sonst. Er wüsste nicht, wie ein Mensch wie ich auf die Idee käme, dass etwas, das ebendieser Mensch hervorbringt, schlecht wäre. Nein, ich leide nur, sagt er in einem Fort.

Aber was nützt es, wenn ich es nicht mit meinem Lebensstil und Gefühl vereinbaren kann, dass ihr, die ihr da seid und vor allem liegt um diese fragwürdige Tageszeit, so ausgesprochen dumm und ekelhaft seid. Diese Frage stelle ich mir schon seit Jahren. Quasi seit ich das Licht (wessen Welt) erblickte und Fotos, Pizza, Geburtstage, Lächeln und dergleichen boykottierte. Ich will nicht banal klingen, nur ohne Umschweife auf den Punkt kommen, der mir schon seit langer Zeit geradezu klar entgegenschwebt und partiell vergiftet ist. Mag heißen, er hat einen giftigen Beigeschmack. Toxisch wie Almond, bitter oder wie auch immer man dazu sagt.

Meine Gedanken wurden soeben elimiert.

1 Kommentar 24.3.10 06:47, kommentieren

Teile von Mails, irgendwann auch Teile von Körpern.

[Hier liest keiner, außer du, und ich schreibe Tagebuch. Wie in den Mails sozusagen.]

Ehe ich die Mail hierein kopiere, will ich allen meinen Unmut kundtun, mit der Farbe rot signalisieren, dass ich wütend bin, weil Wut nicht nur eine Form des Ausdrucks ist, sondern auch ein Zeichen dafür, dass irgendetwas im Leben nicht stimmt.

Naja, J., wahrscheinlich ist es nicht in Ordnung, sein Leben ohne Freunde und Familie zu verbringen. Wahrscheinlich ist es nicht okay, nur die Realität zu sehen, Kind zu bleiben, tagtäglich jünger zu werden, plötzlich wieder auszusehen, als wäre man nur halb so alt und so weiter. Wahrscheinlich ist das alles nicht in Ordnung, J. Aber was ist schon okay. Ist es in Ordnung, sich aufzugeben, weil es Gott so will, die..die Mutter? Ich weiß ja nicht, ob das jetzt okay ist, aber ich finde nicht. Mitnichten ist es in Ordnung, vom Boot zu springen, weil irgendein wichtiger Mensch einen solchen Befehl ausgesprochen hat. Ich weiß nicht, ob es okay ist, gar nichts zu tun. Ich weiß aber auch nicht, ob es in Ordnung ist, plötzlich alles tun zu wollen, um den anderen in den Arsch zu treten. Aber ich vermute, das ist es.

Keine Ahnung, ob ich die Wahrheit sage, zu der Wahrheit stehen kann, die Wahrheit wiederholen würde, wenn es denn die Wahrheit ist. Im Grunde weiß ich nur, dass ich bald eine Ausbildung beginne und dass ich nicht weiß, was ich sonst tun soll und ob ich sonst überhaupt noch etwas tun soll, was davon abweicht, zu schlafen oder mir Fragen zu stellen. Was ist richtig?, meine ich. Ich habe viele Antworten auf viele Fragen, obschon es nur eine Antwort auf nur eine Frage gibt: "Wer macht die Geräusche um 2 Uhr nachts in der Küche?"

Tja.

_______________________________________

Schon wieder viel zu spät, um erst jetzt das Bett oder etwas Vergleichbares aufzusuchen. Heute war ein seltsamer Tag, obschon jeder Tag in gewissem Maße seltsam ist. Aber manchmal ist es, als habe man sich bereits vollständig verloren, als wäre man schon längst allem Irdischen entronnen. Ein trauriger Gedanke, eben ein herkömmliches Erwachen, als würde man beim Stehlen erwischt werden, als würde mit einem Mal die Polizei vor der Türe stehen und dich irgendeines Verbrechens bezichtigen, obgleich du unschuldig bist. Ungünstige Umstände, sozusagen, nur ein "Versehen", aber eben nicht ausschlaggebend für die Realität, weil du demungeachtet im Gefängnis sitzt, weil dir deine Freiheit wegen einer Sache geraubt wurde, mit der du gar nichts zu tun hast.
Nun, wie gesagt, fühlte sich heute so an, als wäre ich nochmal neu erwacht, als hätte ich irgendeine neue Erkenntnis dazugewonnen, was nichts Gutes heißt, weil alles Neue immerzu mit dem Alter kommt und weil ich nicht jünger werde und ohnehin schon furchtbar alt (alt alt) bin.
[...]

Aber wütend bin ich dennoch und wäre die Wut nicht, wäre, um ehrlich zu sein, gar nichts mehr. Dann würde ich vermutlich überhaupt nichts empfinden und mich nur noch auf etwas besinnen, das schon lange nicht mehr existiert. Auf Leben, schätze ich. Auf DAS.
[...]

Alles staut sich an, du merkst es selbst. Ich wollte so gerne so viel sagen (schon immer (immer immer), aber niemand hat mir je zugehört. Immerzu muss man (und das soll kein Vorwurf an die Menschen sein, lediglich eine Feststellung, etwas, das schon immer da war und immer da sein wird.) sich verstellen, immerzu muss man auf der Hut sein, versuchen, den richtigen Ton zu treffen. Das erfordert viel Anstrengung, höllisch viel. Das ist heute, damals war was anderes.

Wenn ich Bücher lese, dann weiß ich, dass ein Buch lediglich eine Vision ist und Visionen (mh, ich schrieb mal darüber) sind nicht existent, im Grunde genommen (nein, das wollte ich nicht sagen..), Visionen sind Vermittlungen zwischen dem, was man möchte und der Realität. Vermittlungen zwischen dem Es, dem Ich..und..dem..ehm..Über-Ich? Kein Plan, ich könnte es konkretisieren, könnte es begreiflich machen, aber ich will nicht. Ein gutes Buch schreibt sich nicht in ein paar Wochen, obschon man vielleicht glauben mag, dass das Buch schon längst vollendet ist, aber perfekt ist ein Buch nie, weil nie irgendetwas perfekt ist, nicht mal annähernd. Perfektionismus zeichnet sich durch seine Unvollendung aus.

Blablabla. Blaaaa. Hahiheho, jajaja.

Ach, keine Ahnung. Alles staut sich an und dann muss es raus, aber wenn man mal dabei ist, ist es auch schon wieder vorbei. Das Wort "hätte" ist übrigens schon lange tabu für mich, obwohl es mir schwer fällt. "Hätte" war kein Luxus mehr.

Am Schlimmsten (dennoch) ist dieses Nicht-Weiterkommen, Stagnation, weil man nicht weiß, wie man das Leben (nicht das von damals, ein neues eben) fortsetzen kann, ob man überhaupt dazu bereit ist, das zu tun. Kinderkrankenschwester, keine freien Gedanken, aber auch sonst nichts. Ich schätze, ich gehe mal ins Kloster. Oder gibt es einen anderen Ort, an dem Ruhe ein oberes Gebot darstellt? Kann man das überhaupt so sagen? Ich favorisiere nämlich die Ruhe, die Ausgeglichenheit, auch ich bin schrecklich unausgeglichen, kenne niemanden, der vergleichsweise...,...
Nun ja, die Ruhe, das Streben nach Glück, mit Ruhe meine ich "innere Ruhe", ich will etwas bewegen, akzeptiert werden, ohne mich krampfhaft anpassen und verändern zu müssen. Schätze, ich traf noch keine einzige Person, die mich so nehmen wollte wie ich wirklich war. Ich nahm alle Menschen so wie sie waren, bis zu einem gewissen Zeitpunkt jedenfalls. Irgendwann war ich dann so wütend, dass ich das nicht mehr konnte. Aber das wäre Vergangenheit. Dennoch, irgendwann wurde ich müde, aber auch das funktionierte nicht.
Lag oft in meinem Bett (heute natürlich genauso) und hatte das Gefühl, als hätte ich einen Stein im Nacken. Grübelte, mein Kopf drehte sich, meine Muskeln entspannten sich nicht, "Tja", machte ich, "Tja, scheiß drauf, was solls schon, ist doch alles Vision."
Oder auch nicht, kein Plan.

Lese auch langsam, furchtbar langsam. Vor allem eben in der Schule, wenn man manchmal nur einen Text vor sich liegen hatte, für zwei oder drei Personen. Dann tat ich immer so, als würde ich lesen, dabei wurde ich unruhig, weil ich die Situation nicht mochte. Stille, die andern lasen, man selbst betrog die anderen, weil man sich nicht auf den Text konzentrieren konnte. Aber auch zu Hause lese ich langsam, auch wegen der Konzentration. Oft denke ich mir: "Du betrügst dich doch nur, warum machst du das? Du magst dieses Buch nicht, weder dieses Buch, noch überhaupt irgendein Buch. In Wirklichkeit bist du manchmal nur in einer Hochphase und wünscht dir dann, selbst erfolgreich zu sein, weil du dich daran erinnerst, dass du mal was konntest und dass die Leute meinten, du wärst gut. Aber heute ist nichts mehr so wie es damals war. Du kannst wohl schreiben, mag sein, aber du tust nichts, und das größte Talent ist einen Scheißdreck wert, wenn du nicht endlich den Arsch hochkriegst. Warum denn sonst sind die dümmsten Arschlöcher, die verabscheuenswertesten Kreaturen berühmter und vermögender als (vielleicht) jemand, der zwar ordentlich was drauf hat, der aber einfach nichts tut, weil er..."

Weil er vor igendwas Angst hat, weil er unruhig ist und Angst hat, an die Öffentlichkeit zu gehen, den Leuten sein Gesicht zu zeigen, zu offenbaren, wie man ist, wenn man spricht und sitzt und so weiter. Aber ich habe Angst davor.

Oh shit, gerade juckt alles, kein Plan warum, kriege eben auf diese Weise was von der inneren Unruhe ab.

Kevin allein in NY gefällt mir wegen der ganzen Atmosphäre..einfach besser.

Und jetzt kann ich mich einfach nicht mehr konzentrieren, kann mich ohnehin nie konzentrieren, aber jetzt ist es wohl noch ein wenig schlimmer als sonst. Komme mir verarscht vor, von mir selbst. Sah einen Film, dachte mir nicht viel dabei, weil..., sah ein paar Minuten vom Boxkampf, dachte mir auch nichts, weil...
Es ist schon schlimm, man, schon wirklich schlimm, wenn man so sein muss, so ist, oder was auch immer. Am liebsten würde ich [..] nur noch einziges Mal durch meine Geburtsstadt laufen und kreischen, was das Zeug hält, einfach nur schreien, scheiß auf die Verluste und auf das Entsetzen. Ich wollte mich so gerne von all dem Druck lösen, wenn du verstehst, von allem, mich endlich von meiner Mutter, von meiner Oma, von meinem "Vater", losreißen, kreischen und schreien, schreien und kreischen, die Leute direkt dabei ansehen, die Leute beeinflussen, indem ich schreie und kreische, kreische und schreie. Die Leute sollen mich nie wieder so sehen, wie sie mich gesehen haben. Die Leute sollen von mir aus denken, ich wäre verrückt, aber sie sollen mich nicht mehr länger angrinsen, obwohl sie es nicht so meinen, nicht mehr nett sein und all das. Ich kann, uahhh, gar nicht sagen, wie sehr mich das langweilt, das ist so ein Gefühl, ha-ha, das einen echt umhauen kann, dann geht man k.o., noch heftiger als Ruslan und jeder andere, der sich mal mit Wladimir angelegt hat. Das ist doch alles lachhaft, will man dann sagen, lachhaft, weil es nicht echt ist und weil dein eigenes Land verlogen ist, weil du immerzu denken wolltest, dass du tatsächlich gute Freunde gefunden hast, dabei waren deine Freunde nicht gut, sondern nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Ich will dir das eigentlich gar nicht sagen, mitteilen und so weiter, aber ehrlich gesagt kann ich gerade nicht anders. Ich muss es einfach tun. Weil niemand zusieht, ja, genau.
Ich kann nur sagen, ich bin schwer getroffen von der Welt. Nicht, weil ich erst jetzt gerade erwacht bin, sondern, weil es nicht immer raus kann. Damit meine ich: die Betroffenheit. Die kann nicht immer raus. Ja, so meinte ich das.
Wow, autsch, aua und so weiter. Ich muss was tun, sonst wird es auch nicht besser. Schlimmer schon eher.
Allen sollte man was sagen können, niemanden auslassen, verstehst du, allen was sagen, nicht damit aufhören, laufen wie Forrest, schreien wie die Blechtrommel, kreischen wie Arthur, saufen wie Amy, Faustschläge wie Wladimir, von allem das Extrem.
Das ist doch das, was man tun sollte. Alles andere ist doch SCHEIßE.
Aber ich darf doch nichts sagen, sonst werde ich gekündigt, sonst krieg ich kein Eis mehr, sonst muss ich den Fluss runter und rauf, sonst geh ich baden, sonst kommt kein Zug mehr, sonst lieg ich auf dem Rücken wie ne Schildkröte, dies nicht mit Absicht gemacht hat.

Aber stell dir vor, der Rücken schmerzt mir, wie sooft, also muss ich die Mail abschicken und mich damit abfinden, dass ich mal wieder reagieren musste, weil reagieren mit regieren verwandt ist und weil man, wenn man schon nicht regieren kann (rex ist gleich König), wenigstens reagieren sollte.

Und wichtig ist verwandt mit Wicht.

Nicht gegengelesen.

 

Byebye

1 Kommentar 19.3.10 17:49, kommentieren